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Geschichte im Ersten: „Dutschke – Schüsse von Rechts“ Dienstag, 3. November 2020, 00:05 Uhr, ARD

Am 11. April 1968 wird in West-Berlin ein Attentat auf Rudi Dutschke verübt. Er gilt als Wortführer und Symbolfigur der Studentenbewegung. Dutschke überlebt die Schüsse schwerstverletzt, das Attentat löst die größten politischen Unruhen in der noch jungen Bundesrepublik aus. Mit dem Dokudrama „Dutschke – Schüsse von Rechts“ zeigen die preisgekrönten Autoren Cordt Schnibben und Peter Dörfler, wie sich die westdeutsche Gesellschaft damals spaltete und wie diese Spaltung eine Spirale der Gewalt in Gang setzte, die in dem Attentat auf Dutschke mündete. Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg, der am 2. Juni 1967 auf einer Demonstration von einem Polizisten erschossen wurde, markierte den Wendepunkt.

Bisher galt Rudi Dutschke als Opfer eines geltungssüchtigen, kriminellen Einzelgängers. Die Autoren liefern hier nun einen neuen Blick auf den Mordanschlag. Der Attentäter Josef Bachmann sympathisierte mit der Neonazi-Szene im niedersächsischen Peine, nahm dort an Schießübungen teil. Beim Waffenhändler der rechtsradikalen Gruppe besorgte er sich Pistolen und Munition und verübte mit ihnen Anschläge auf die innerdeutsche Grenze.

„Dutschke – Schüsse von Rechts“ dokumentiert, wie schon damals die Unterschätzung des Rechtsterrorismus die Arbeit von Polizei und Gerichten prägte. Auf Grundlage von bisher unbekanntem Archivmaterial und nicht ausgewerteten Akten beschreibt der Film, wie der Attentäter Bachmann sich in der Zeit vor dem Mordversuch an Rudi Dutschke in der militanten Neonazi-Szene bewegte.
Neben Zeitzeugen wie Knut Nevermann, Rainer Langhans, Stefan Aust, Barbara Sichtermann, Peter Wensierski, Thomas Giefer, Gretchen Dutschke und Bahman Nirumand, liefert Rudi Dutschke selbst die wichtigste Beschreibung seiner Person. Mit zahlreichen Originalszenen und aus Tagebucheintragungen und Reden destillieren die Autoren eindringlich seine Sicht auf die Ereignisse, die im Laufe eines Jahres zu den Schüssen auf ihn führten.

Peter Dörfler hat die Regie übernommen und ist gemeinsam mit Cordt Schnibben für das Buch verantwortlich. Producer sind Katinka Seidt und Stefan Bomhof, Produzentin ist Dagmar Rosenbauer. Die Redaktion im NDR haben Eric Friedler und Silke Schütze, im RBB Rolf Bergmann.

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