Abenteurer

Jahr 2003
Drehbuch/Regie Michael Wulfes
Producer Dr. Thomas Schuhbauer
Redaktion Gerolf Karwath
Sender SWR/ARTE

Abenteurer

Der Dschungelläufer - Rüdiger Nehberg

Der Mann, der vielen nur als Regenwürmer fressender Spinner gilt, hat sich durch Dschungelregionen, flirrende Salzwüsten, schäumende Stromschnellen gekämpft und dabei fünfzehn bewaffnete Überfälle überlebt. Zu Beginn ist der 1935 geborene Nehberg Abenteurer nur im Nebenberuf: Seine Brötchen verdient er lange Jahre als Konditor. Er, der sich als Kind nicht in den dunkeln Keller traute, bezwingt 1975 mit einem Faltboot den Blauen Nil, durchquert die Danakil-Wüste, überquert den Atlantik in einem Tretboot und auf einem Baumstamm. Nehberg hat wie kein anderer die Gefahr gesucht und sie immer überstanden. Nicht immer ging es gut aus: In Äthiopien verliert er einen Freund, der vor seinen Augen von Räubern erschossen wurde. 1981 macht er im Alleingang „Survival“ in Deutschland bekannt, als er die Republik von Nord nach Süd durchquert. Die Regeln: keine besondere Ausrüstung, nur von dem leben, was sich unterwegs findet, keine Gesetze verletzen, nicht betteln, die Natur respektieren. Heute nutzt Nehberg seine Popularität für humanitäre Anliegen. Sein Motto: „Dem Abenteuer einen Sinn geben“.

Ein Film von Christian Weisenborn
Sendung: 31.03.2003 um 21.45 Uhr, ARD
Producer: Thomas Schuhbauer
Redaktion: Gerolf Karwath
Leitung: Thomas Fischer
Produktionsleitung: Jörg Kunkel, Ingrid Eckerle
Eine Produktion im Auftrag des SWR und Arte

Der Greenpeace-Macher - David McTaggart

David McTaggart war ein Abenteurer mit einer Mission. Er stellte sein Leben ganz in den Dienst des Umweltschutzes. Der 1932 geborene Kanadier formte die Umweltorganisation Greenpeace und machte sie zu einer von Industrie und Regierungen gefürchteten Lobbymaschine. Mit Ende Vierzig wird aus dem Bauunternehmer ein Aussteiger, der ziellos sein Segelboot umhersteuert. Als er 1973 mehr durch Zufall eine Handvoll Aktivisten gegen die französischen Atomtests im Pazifik unterstützt, hat der Draufgänger seine Lebensaufgabe gefunden. Aus der Hippieschar namens Greenpeace macht McTaggart eine schlagkräftige PR-Truppe, die mit spektakulären Aktionen die Öffentlichkeit für den Stopp der Atomtests mobilisiert. 1985 erringt er einen spektakulären Sieg, als er aufdeckt, dass es der französische Geheimdienst war, der das Greenpeace-Schiff „Rainbow Warrior“ im Hafen von Auckland versenkte. Aber der Erfolg hat seinen Preis. McTaggarts Privatleben ist geprägt von gescheiterten Ehen, unzähligen Affären und Schuldgefühlen seinen Kindern gegenüber, um die er sich kaum kümmerte.

Ein Film von Ingo Helm
Sendung: 02.04.2003 um 23.30 Uhr, ARD
Producer: Thomas Schuhbauer
Redaktion: Gerolf Karwath
Leitung: Thomas Fischer
Produktionsleitung: Jörg Kunkel, Ingrid Eckerle
Eine Produktion im Auftrag des SWR und Arte

Der Firefighter - Red Adair

Paul Neal „Red“ Adair ist der berühmteste Feuerwehrmann der Welt. Unzählige brennende Ölquellen und explodierte Gasfontänen hat er gelöscht und dabei mehr als einmal seinen Kopf riskiert. In den dreißiger Jahren geht Adair, Jahrgang 1915, ins Ölgeschäft und wird zur Legende, als er völlig allein einen „Blow-out“, die plötzliche Explosion einer Ölquelle, unter Kontrolle bringt. „Gebt mir genügend Dynamit und ich blase euch das Feuer der Hölle aus“ – das ist sein Wahlspruch. Weltweites Aufsehen erregt er 1962, als er in der Sahara eine 250 Meter hohe brennende Gasfontäne bändigt. Als 1991 nach dem Golfkrieg in Kuwait 500 Ölquellen in Flammen stehen, ist es wieder Red Adair, der gerufen wird, um die Löscharbeiten zu koordinieren, und der damit hilft, eine Umweltkatastrophe riesigen Ausmaßes zu verhindern. Auch privat sucht er den Nervenkitzel: bei Auto- und Bootsrennen, bei Saufgelagen und Schlägereien mit seinen Freunden. Heute lebt der Multi-Millionär zurückgezogen auf seiner Ranch in Texas.

Ein Film von Michael Wulfes
Sendung am 07.04.2003 um 21.45 Uhr, ARD
Producer: Thomas Schuhbauer
Redaktion: Gerolf Karwath
Leitung: Thomas Fischer
Produktionsleitung: Jörg Kunkel, Ingrid Eckerle
Eine Produktion im Auftrag des SWR und Arte

Der Eiswanderer - Arved Fuchs

Arved Fuchs hat das Abenteuer zum Beruf gemacht. Der fünfzigjährige Norddeutsche hat Grönland durchquert, Kap Horn umrundet und das gefährlichste Meer der Welt durchsegelt. Er ist der Einzige, der in einem Jahr zum Nordpol und zum Südpol gelaufen ist. Doch sein Ziel sind nicht Rekorde, sondern ein intensives Erleben und die Befriedigung einer tiefen Neugierde. 1979, bei seiner ersten Arktisexpedition, verbringt Fuchs mehrere Monate bei den Inuit. Von ihnen lernt er, bei Temperaturen von minus 50 Grad, in Schnee und Kälte zu überleben, und er beginnt, diese eisigen, lebensfeindlichen Landstriche zu lieben. 1989 durchquert er zusammen mit Reinhold Messner zu Fuß die Antarktis. Dieser 92-tägige Gewaltmarsch macht ihn bekannt, doch der anschließende Medienrummel treibt einen tiefen Keil zwischen ihn und Messner. Dutzende von Expeditionen auf eigene Faust folgen: ob auf den Spuren Shackletons im Eismeer, ob mit einem alten Walfänger durch die Nordostpassage, ob rund um den amerikanischen Kontinent: Fuchs hat alle Gefahren überstanden, weil er immer die das Risiko genau kalkulierte. Und er ist – wie Freunde bezeugen – dabei beneidenswert normal geblieben.

Ein Film von Gunther Scholz
Sendung: 11.06.2003 um 00.00 Uhr, ARD
Producer: Thomas Schuhbauer
Redaktion: Gerolf Karwath
Leitung: Thomas Fischer
Produktionsleitung: Jörg Kunkel, Ingrid Eckerle
Eine Produktion im Auftrag des SWR und Arte