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Die Todesengel

NDR, BR

Was dem Krankenpfleger Stephan L. vorgeworfen wird, ist ungeheuerlich: die Tötung von 29 Patienten des Krankenhauses Sonthofen. Immer wieder wird die Öffentlichkeit davon erschüttert, dass sich Krankenschwestern und Pfleger zu Todesengeln aufschwingen. Niemand vermutet die Täter dort, wo es um ärztliche Versorgung, Pflege und Heilung geht. Weil man es für undenkbar hält, konnten Pfleger immer wieder über einen langen Zeitraum morden. Frühe Warnhinweise wurden nahezu in allen Fällen ignoriert.

Stephan L. im Krankenhaus Sonthofen konnte unbemerkt seine tödlichen Cocktais mixen, weil es keinerlei Kontrolle gab, weil die verantwortlichen Ärzte es nicht für nötig hielten, im Zweifelsfall eine Überprüfung oder Obduktion anzuordnen. Stets wurde routinemäßig ein natürlicher Tod bescheinigt.

Im Film „Die Todessengel“ spricht zum ersten Mal im Fernsehen der verurteilte Ex-Pfleger Wolfgang L., der 1990 zehn Menschen tötete, über seine Motive. Die Dokumentation zeigt: die Täter sind meist selbstunsichere Menschen, die besonders um die Anerkennung anderer kämpfen. Nachlässigkeiten der Kliniken, schlampige oder fehlende Obduktionen und eine zunehmende Ignoranz in der Gesellschaft machen ihnen das Morden leicht. Der Fall Stephan L. wird nicht der letzte sein.

Matthias Franck Mathias Schöningh Marc Lorat Dennis Karsten Jörg Kunkel Dr. Thomas Schuhbauer Ulrich Lenze, Cinecentrum GmbH Werner Grave, NDR, Ulrike Leutheusser, BR 09.02.2006, 23:45 Uhr, ARD
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