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Bombengrab Ostsee

ZDF

Bomben, Granaten, Chemiewaffen – all das wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges im Auftrag der Alliierten direkt vor den Stränden Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns entsorgt. Experten gehen davon aus, dass etwa ein Drittel des Ostseebodens bereits mit Munitionsaltlasten kontaminiert ist.

Eine Studie des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie nennt erstmals offizielle Zahlen: In deutschen Hoheitsgewässern liegen 1,6 Millionen Tonnen Waffenschrott, vieles davon vom Rost zerfressen – eine tickende Zeitbombe für die Umwelt: Immer wieder gelangen giftige Inhaltsstoffe ins Wasser.

Die Freisetzung von explosiven und hochgiftigen Inhaltsstoffen gefährdet Mensch und Umwelt gleichermaßen. Torpedofunde am Strand von Heiligendamm und Anspülungen von Phosphor auf der Ferieninsel Usedom unterstreichen die Dringlichkeit, mit der man das Problem endlich angehen müsste. Doch effektive Maßnahmen, die Altmunition umweltgerecht zu entsorgen, werden von den Behörden bislang nicht in Angriff genommen.

Der Meeresbiologe Dr. Stefan Nehring beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit Munitionsaltlasten, die in deutschen Gewässern verklappt wurden. Mit ihm geht die ZDF-Dokumentationsreihe „planet e.“ auf Spurensuche – sowohl über, als auch unter Wasser.

Stefan Bomhof, Karlo Malmedie Boris Mahlau, André Wawro Thorsten Reimers Moritz Widmann Jörg Kunkel Steffen Bayer Ulrich Lenze Deutschland 31.10.2012 ZDF
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